Agrarpraxis/Ökologie

Der Mensch nutzt seit Jahrtausenden in unterschiedlichsten Praktiken Land um sich mit Nahrung zu versorgen. In den letzten 100 Jahren hat sich die Landwirtschaft zusehends zu einer Agrarindustrie entwickelt. Die Auswirkungen dieser Agrarindustrie sind heute, nach kurzer Zeit, schon erheblich. Durch Einsatz von immer schwereren Maschinen, Pestiziden und Kunstdünger, sowie der Anbau in Monokulturen fördert die industrielle Landwirtschaft die Erosion, Verdichtung und Degradation der Böden. Die humusarmen Böden können nicht mehr als CO2-Speicher dienen. Zudem bietet uns der hohe Energieaufwand und der Verbrauch von endlichen Ressourcen, im speziellen das Erdöl, keine langfristige Perspektive für diese Art von Landwirtschaft. . Der Boden ist das wichtigste Kapital eines Bauern. Wenn wir heute den Zustand des grössten Teils der landwirtschaftlich genutzten Böden anschauen, ist es sehr verwunderlich wie mit diesem so wichtigen Kapital umgegangen wird.

Eine kleinbäuerliche, vielfältige, ökologische Landwirtschaft die auf lokalem Erfahrungswissen sowie praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, kann ein Ausweg aus dieser Situation sein.

Diese Handlungsebenen stehen für uns im Zentrum einer neuen, achtungsvollen Agrarpraxis:

  • Erhaltung und Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Luft, Licht
  • Erhaltung und Pflege der Artenvielfalt und der Agrobiodiversität, Gleichgewicht des Ökosystems
  • Kreislaufwirtschaft : Reproduktion der natürlichen Grundlagen ermöglichen
  • Die optimale Grösse finden und überschaubare und gestaltbare Verhältnisse schaffen
  • Mensch/Tier Beziehung: ein wesensgerechter Umgang mit den Tieren haben
  • Ressourcen- und Energieschonende Systeme: möglichst keine Abfälle erzeugen
  • Austausch von Wissen und Erfahrungen untereinander

Eine andere Agrarpraxis setzt die Haltung jedes Einzelnen voraus, Achtung vor allem Lebendigen zu haben. Daraus kann sich eine neue Sicht auf die Zusammenhänge der Natur entwickeln. „Der Mensch ist ein Schüler der Natur„ sagte Masanobu Fukuoka, ein japanische Bauer. Wenn wir die Natur zu unserem Partner machen, müssen wir sie nicht beherrschen sondern können gemeinsam mit ihr Leben und Wirken. Wenn wir uns die Begriffe Bauer und Landwirt genauer anschauen, dann sehen wir, dass ein Bauer erbauen und nicht zerstören sollte und der Landwirt dem Land oder der Natur dienen und sie nicht ausbeuten sollte.

Die solidarische Landwirtschaft bietet die Möglichkeit, dass sich Produzent und Konsument begegnen und sich über diese Themen austauschen. Die Mitgestaltung und Mitarbeit aller Beteiligten gibt diesem Austausch eine praktische Handlungsebene. Eine positive Entwicklung kann in dieser Zusammenkunft und Kooperation entstehen. Diesen Austausch und das daraus resultierende Verständnis möchten wir als Verein aktiv gestalten.

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