Wirtschaft/Soziales

Jeder Mensch hat den ureigenen Antrieb einer sinnerfüllten Aufgabe nachzugehen. Jeder hat Fähigkeiten, die er einbringen kann und die ihn damit wertvoll und einzigartig für die Gemeinschaft machen. Idealerweise kann er mit einer Tätigkeit, die seinen Fähigkeiten entspricht, seinen Lebensunterhalt bestreiten. Das heisst, dass er mit anderen im Austausch ist, sie wirtschaften miteinander. Das heutige Wirtschaftssystem beruht vorwiegend auf Wachstum und Konkurrenz und hat sich von den natürlichen Gesetzmässigkeiten entfernt. In der Natur wirken die Gesetze der Kooperation, des an die Umstände angepassten Wachstums und der optimalen Grösse und funktionieren hervorragend. Natürlich decken auch in der Natur alle Mitstreiter ihre Bedürfnisse. Doch werden die Bedürfnisse nicht über das Notwendige hinaus geltend gemacht Wir wissen heute, dass die Menschheit über ihren Verhältnissen lebt und somit das Ökosystem überstrapaziert. Dieser Umstand ist wesentlich mitverantwortlich für grosse Ungleichheit und Ungerechtigkeit weltweit.

Auch die Landwirtschaft ist von diesem heute geltenden Wirtschaftssystem abhängig, gleichzeitig aber auch von der Natur. Hier prallen zwei Welten aufeinander die sich nur sehr schwer vereinbaren lassen. Der Boden ist das Kapital des Bauern und dieses ist ortsgebunden. Auch die Abhängigkeit von Umwelteinflüssen macht einen wesentlichen Unterschied zu vielen anderen Wirtschaftsunternehmen aus. Hier stellen sich grosse Herausforderungen an die Bauern, die sich in dieser Situation zurechtfinden müssen. Faire Handelsbeziehungen und faire Preise, die ihm eine naturnahe Landwirtschaftspraxis erlauben sind in diesem Zusammenhang zentral. Dazu braucht er Abnehmer die ihm Sicherheit durch langfristige Beziehungen bieten können und die auf gegenseitigem Verständnis bauen.

Die solidarische Landwirtschaft versucht hier eine wichtige Lücke zu schliessen. Durch Instrumente die vertraglich festgelegt werden können, entsteht eine Verbindlichkeit zwischen Produzent und Konsument die beiden Partnern Sicherheit bieten kann. Solche Instrumente sind z.B. Vorauszahlung, Risikoteilung, längerfristige Abnahmegarantien, die Akzeptanz der Produkte aber auch die Mitarbeit und Mitbestimmung der Konsumenten. Durch den engen Kontakt zwischen Produzent und Konsument kann der Bauer Werbung in eigener Sache machen und delegiert dies nicht an Dritte. Mit dieser Sicherheit befreit sich der Bauer von den Marktzwängen und der oft daraus resultierenden schädlichen Landwirtschaftspraxis. Er hat so die Möglichkeit eine naturnahe Landwirtschaft zu betreiben.

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